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Atomkraft
  • 19.02.2014

Untersteller fordert Informationen zu Schäden an Brennelementen im AKW Fessenheim

Umweltminister Franz Untersteller hat den französischen Umweltminister Philippe Martin um Informationen über Korrosionsschäden an Hüllen der Brennelemente im Kernkraftwerk Fessenheim gebeten.

Das französische Magazin Mediapart hatte berichtet, dass an 25 der 58 französischen Kernreaktoren Schäden an den Hüllrohren der Brennelemente festgestellt worden seien. Betroffen ist hiernach offenbar auch das Kernkraftwerk Fessenheim, das sich in unmittelbarer Nähe zur baden-württembergischen Landesgrenze befindet.

„Meldungen über Schäden an wichtigen Sicherheitsbarrieren von Kernkraftwerken erfüllen mich mit Sorge“, sagte Minister Franz Untersteller. Daher habe er seinen französischen Kollegen um Informationen zu den bisher nur aus den Medien bekannten Schäden sowie zum weiteren Vorgehen der zuständigen Stellen gebeten.

In seinem Brief an Umweltminister Martin begrüßte Minister Untersteller ausdrücklich die Absicht der französischen Regierung, den Atomenergieanteil in Frankreich deutlich zu reduzieren und das Kernkraftwerk Fessenheim stillzulegen. „Diese Stilllegung muss möglichst zügig umgesetzt werden, um die Gefährdung der Bevölkerung zu minimieren“, forderte der baden-württembergische Umweltminister.

Erneut lud Untersteller seinen französischen Kollegen zu einem Informationsbesuch nach Baden-Württemberg ein. „Frankreich und Deutschland stehen vor vergleichbaren Herausforderungen, die Energieversorgung vor dem Hintergrund des Klimawandels und gleichzeitig der Reduzierung des Kernenergieanteils zu organisieren.“ Minister Martin könne sich in Baden-Württemberg vor Ort ein Bild davon machen, welche Erfahrungen das Land mit dem Abschalten von Kernkraftwerken bereits gemacht habe, so Franz Untersteller.

Umweltminister Franz Untersteller hatte sich bereits unmittelbar nach seiner Amtsübernahme für die zügige Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim eingesetzt. Da der EU-Stresstest keine ernst zu nehmende Prüfung anhand eines Sicherheitsmaßstabes vorgenommen hatte, hat das Umweltministerium Baden-Württemberg das Öko-Institut und das Physikerbüro Bremen beauftragt, den Sicherheitsstandard des Kernkraftwerks Fessenheim nach deutschem Maßstab zu bewerten. Die Gutachter haben hierbei grundlegende Sicherheitsdefizite ermittelt.

Weitere Informationen

Gutachten des Öko-Instituts zum EU-Stresstest der Kernkraftwerke Fessenheim und Beznau


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Das baden-württembergische Ministerium Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Stuttgart.

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