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Energie
  • 08.12.2014

Land vergibt erstmals den Preis „Leitstern Energieeffizienz“

  • Ein Arbeiter montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an eine Fassade (Symbolbild: © dpa)

Umweltminister Franz Untersteller hat die Gewinner im Wettbewerb für Stadt- und Landkreise „Leitstern Energieeffizienz“ ausgezeichnet. Den ersten Platz erreichte der Landkreis Göppingen, gefolgt vom Rems-Murr-Kreis. Platz drei geht an den Landkreis Böblingen. Sonderpreise erhielten die Stadt Heidelberg, der Landkreis Calw, die Stadt Karlsruhe sowie der Rems-Murr-Kreis.

„Es freut mich, dass bei der Erstauflage unseres Wettbewerbs gleich 24 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg ins Rennen um die besten Plätze eingestiegen sind“, sagte Minister Untersteller. Der Wettbewerb habe verdeutlicht, dass die Kreise mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten versuchen, Energie möglichst sparsam einzusetzen. „Das heißt aber auch“, so Franz Untersteller weiter, „dass sich alle Kreise noch weiter verbessern können, wenn sie sich untereinander austauschen und voneinander lernen.“

Einen besonderen Fokus legte der Wettbewerb 2014 auf Effizienzsteigerungen im Wärmebereich. „Denn das Stiefkind der Energiewende“, so Untersteller, „kommt in der öffentlichen Diskussion noch viel zu oft viel zu kurz“. Die Preisträger zeigten eindrücklich, wie sich die Stadt- und Landkreise erfolgreich für mehr Energieeffizienz stark machen könnten.

Für das Ranking im Wettbewerb war entscheidend, welche Maßnahmen und Aktivitäten die Stadt- und Landkreise derzeit im Bereich Energieeffizienz umsetzen und welche Erfolge sie bereits erreicht haben. Grundlage für die Bewertung war ein vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) entwickelter Kriterienkatalog. Die Indikatoren der Stuttgarter Wissenschaftler berücksichtigen die uneinheitlichen Strukturen der Stadt- und Landkreise und ermöglichen so einen landesweiten Vergleich. Unter anderem flossen Daten zum Energieverbrauch der kreiseigenen Liegenschaften, Effizienzmaßnahmen sowie Beratungs- und Informationsangebote mit in das Ergebnis ein. Zusätzlich wurden kreisscharf Statistiken zum Energieverbrauch verschiedener Sektoren ausgewertet und untersucht, inwiefern öffentliche Förderprogramme in den Kreisen in Anspruch genommen werden.

Franz Untersteller: „Der Wettbewerb ermöglicht es, die vielen unterschiedlichen Ansätze zur effizienten Energienutzung untereinander zu vergleichen. Damit können die Kreise ihre eigenen Anstrengungen besser einordnen und sie erhalten wertvolle Anregungen für ihr weiteres Vorgehen.“

Indikatoren und Bewertung

Um die Aktivitäten und Erfolge der Kreise zur Energieeffizienz vergleichen zu können, hat das ZSW ein Indikatorsystem aus Input- und Output-Indikatoren entwickelt. Sie berücksichtigen sowohl die vorliegenden Anstrengungen der Kreise in Bezug auf Programmatik, Strukturen, Zielsetzung und Berichterstattung (Input-Indikatoren) als auch die bereits messbaren Erfolge wie beispielsweise den Energiebedarf kreiseigener Liegenschaften bei der Wärmebereitstellung, die CO2-Emissionen der Industrie und die Nutzung von Förderprogrammen (Output-Indikatoren). Aufgrund der Komplexität des Themas hat das ZSW die einzelnen Kriterien modulartig zusammengefasst und am Ende zu einem Gesamtindikator zusammengeführt.

Preisträger und entscheidende Kriterien

1. Platz: Landkreis Göppingen
Der Gesamtsieger punktet besonders im Bereich der Effizienzziele und der gesamten Programmatik und erreicht zudem in vielen Kategorien wie beispielsweise dem Energieverbrauch kreiseigener Liegenschaften und der Inanspruchnahme von Förderprogrammen vordere Platzierungen. Es gelingt dem Kreis Göppingen in besonderem Maße, Ziele und Programme konsequent in Aktionen und messbare Erfolge zu überführen. Dies lässt ein strukturiertes Vorgehen erkennen, um in sämtlichen Bereichen die Energieeffizienz kontinuierlich zu steigern.

2. Platz: Rems-Murr-Kreis
Mit einer guten Basis an Energieeffizienzzielen und vielfältigen Maßnahmen in sämtlichen Sektoren verfolgt der Rems-Murr-Kreis einen konsequenten Weg, um bei allen Zielgruppen die Energieeffizienz zu steigern. So befindet er sich beispielsweise bei der Inanspruchnahme von Förderprogrammen im oberen Feld des Rankings. Er überzeugt durch sein breites und in vielen Kategorien erfolgreiches Engagement und wurde nur in wenigen Bereichen schwächer bewertet.

3. Platz: Landkreis Böblingen
Wegen klar formulierter Energieeffizienzziele und einer soliden Programmatik sowie vieler bemerkenswerter Aktionsschwerpunkte liegt der Landkreis Böblingen knapp hinter dem zweiten, aber klar vor dem vierten Platz. Hervorzuheben sind unter anderem die Verankerung der Energieagentur sowie die größte installierte thermische KWK-Leistung unter den Landkreisen bezogen auf die Einwohner.

Sonderpreis „Bester Stadtkreis“: Stadt Heidelberg
Bei der Auswahl der Wettbewerbskriterien wurde insgesamt darauf geachtet, dass diese möglichst ausgewogen und für alle Stadt- und Landkreise anwendbar sind. Dennoch haben Städte andere Charakteristika, einen ganz anderen Gebäudebestand und auch andere Einflussmöglichkeiten als ländlich geprägte Landkreise. Um dem Rechnung zu tragen, wurde der Sonderpreis „Bester Stadtkreis“ ausgelobt.

Dass die Stadt Heidelberg das Thema Energieeffizienz schon seit langem auf die Agenda gesetzt hat, bestätigt das sehr gute Abschneiden auf dem zweiten Platz bei den Inputindikatoren. Hier punktete die Stadt mit ihrer überzeugenden Programmatik und ihrer Energieagentur KLIBA.

Sonderpreis „Output-Indikatoren/messbare Erfolge“: Landkreis Calw
Den Kreis Calw zeichnen vor allem seine messbaren Erfolge im Bereich Energieeffizienz aus. Er nimmt eine Spitzenposition ein beim Endenergieverbrauch seiner Liegenschaften (bezogen auf die Bruttogeschossfläche) im Bereich Wärme. Zudem ist Calw besonders bei der Inanspruchnahme von Förderprogrammen für Energieeffizienzmaßnahmen erfolgreich.

Sonderpreis „Öffentlichkeitsarbeit“: Rems-Murr-Kreis
Wie in vielen anderen Bereichen ist der Rems-Murr-Kreis auch in der Sonderkategorie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sehr engagiert. Ein nahezu einstimmiges Votum der Jury kommt durch folgende Aktivitäten zustande:

  • Erfolgreiches Modellprojekt mit 100 Haushalten, die von Klima-Mentoren über ein Jahr lang betreut wurden
  • Klimaschutzmedienzentrum, in dem Wärmebildkameras sowie ca. 200 Informationsfilme von Bildungseinrichtungen ausgeliehen werden können
  • Zwölf Unternehmendes  Landkreises nahmen an zwei ECOfit-Runden teil und entwickelten Maßnahmen, mit denen sie jährlich knapp fünf Millionen Kilowattstunden Energie und fast eine Million Euro Betriebskosten einsparen können

Sonderpreis „Bauliche Investitionen“: Stadt Karlsruhe
Die Stadt Karlsruhe überzeugte die Jury aufgrund folgender Maßnahmen:

  • Im Rahmen eines mit zwei Millionen Euro pro Jahr ausgestatteten verwaltungsinternen Klimaschutzfonds können zusätzliche Energiesparmaßnahmen finanziert werden
  • Konsequente Energieleitlinien für die Sanierung (30 Prozent besser als aktuelle Energieeinsparverordnung EnEV) und für Neubauten (Ziel: Passivhaus)
  • Pilotprojekt bei einem Neubauvorhaben zur Kühlung mit Fernwärme
  • Konsequenter Ausbau der Hausmeisterschulungen mit obligatorischen Tagesseminaren und Vor-Ort-Schulungen

Leitstern Energieeffizienz


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