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Förderung
  • 16.10.2017

Fünf Millionen Euro für Leistungszentrum „Mass Personalization“

  • Ein mit einem 3D Drucker fertig gestelltes Modell einer menschlichen Hand (Bild: © dpa).

Die Landesregierung fördert den Aufbau eines „Leistungszentrums für Mass Personalization“ in Stuttgart mit insgesamt fünf Millionen Euro. Es erforscht Methoden, Verfahren, Prozesse, Produktionssysteme und Geschäftsmodelle, um personalisierte Produkte in großen Stückzahlen herzustellen.

Die Landesregierung fördert den Aufbau eines „Leistungszentrums für Mass Personalization“ in Stuttgart mit insgesamt fünf Millionen Euro. Dies gaben Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am 16. Oktober 2017 bekannt. Das Zentrum ist eine gemeinsame Initiative der Fraunhofer-Institute am Standort Stuttgart mit der Universität Stuttgart. Es erforscht interdisziplinär und branchenübergreifend Methoden, Verfahren, Prozesse, Produktionssysteme und Geschäftsmodelle zur Herstellung personalisierter Produkte. Die Ergebnisse sollen wichtige Impulse für die Wirtschaft setzen.

„Personalisierte Lösungen werden durch die Digitalisierung weiteren Schub erhalten und somit für unsere Wirtschaft immer bedeutender. Die Fähigkeit zur ,Mass Personalization’ wird daher ein zunehmend entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Es ist jedoch insbesondere für kleinere und mittelständische Unternehmen eine Herausforderung, sich die Kompetenzen anzueignen, wie personalisierte Produkte effizient und flexibel bereitgestellt und entsprechende Wertschöpfungsketten aufgebaut werden können. Das Leistungszentrum soll die Unternehmen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützen“, sagte Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut.

Individualisierte Produkte in Massen herstellen

„Individualisierte Produkte und deren Produktion bieten ein hohes Innovationspotential. Das Zentrum führt die bedeutende Tradition der Produktionswissenschaft am Standort Stuttgart in die Zukunft. Der Campus braucht diese Orte, an denen Innovationskultur gelebt wird“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Beide Ministerinnen bezeichneten das Leistungszentrum als Gewinn für den Wissenschaftsstandort Stuttgart, der auch die Innovations- und Wirtschaftskraft der Region stärke. Die Förderung übernehmen das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Fraunhofer-Gesellschaft und die Universität Stuttgart beteiligen sich an der Finanzierung. Darüber hinaus sind die beteiligten Institute verpflichtet, zusätzliche fünf Millionen Euro Drittmittel aus der Wirtschaft für das Vorhaben einzuwerben, so dass insgesamt 12,5 Millionen Euro zur Finanzierung bereitstehen sollen.

Das Potenzial personalisierter Wertschöpfung ist derzeit noch kaum erschlossen und wird insbesondere in den Bereichen Wohnen, Mobilität und Gesundheit erwartet. Diese drei Bereiche sollen daher Schwerpunkt der Arbeit des Leistungszentrums werden.

Länger aktiv im Beruf bleiben

Eine der Fragestellungen ist vor dem Hintergrund des demographischen Wandels dabei beispielsweise, wie zukünftig im Automobilbau oder auch im Bauwesen mit personalisierten biomechatronischen Assistenzsystemen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben wird, länger aktiv im Beruf tätig zu sein, indem die hohe körperliche Belastung verringert wird. Ziel ist, durch den Einsatz von maßgeschneiderten tragbaren Roboteranzügen sogenannten Exoskeletten in verschiedensten Tätigkeiten eine optimale Haltung und Lastenverteilung im Körper des Trägers zu erreichen, einen Trainingseffekt zu erzielen und zusätzlich komplexe Fertigungs- oder Montageschritte maschinell zu unterstützen.

Da hierbei neueste Verfahren der Ergonomie und Sicherheit angewandt, modernste Roboter- und Medizintechnik eingesetzt und das System in ein Gesamtkonzept der vernetzten Produktion einbezogen werden sollen, können die insgesamt hochkomplexen und anspruchsvollen Fragestellungen nur durch enge, transdisziplinäre Zusammenarbeit und mit Hilfe einer herausragenden Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur gestemmt werden.

Der Standort Stuttgart verfügt mit der Universität Stuttgart und den vier Fraunhofer-Instituten für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), für Bauphysik (IBP), für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) sowie für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), zahlreichen Start-Ups und einem großen Netzwerk an Industrieunternehmen auf engstem Raum über Expertise in allen dazu notwendigen Themen und ist damit in besonderer Weise prädestiniert, diese Herausforderungen zu bewältigen und attraktive Lösungen für die Wirtschaft bereitzustellen. Notwendige Bedingungen für die Umsetzung sind dabei die Fähigkeit zur wirtschaftlichen Produktion von nutzerspezifisch angepassten Produkten in der Stückzahl 1, die Effizienzsteigerung durch Digitalisierung und Vernetzung sowie ein ganzheitliches Verständnis der Bedürfnisse zukünftiger Nutzer.


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Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Neuen Schloss in Stuttgart (Quelle: Landesmedienzentrum)

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