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Arbeit und Gesundheit
  • 18.03.2015

Bündnis für Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg unterzeichnet

  • Katrin Altpeter, Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren (Bild: © dpa)

Sozialministerin Katrin Altpeter hat gemeinsam mit Partnern das Bündnis „Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg“ unterzeichnet. In elf gemeinsamen Leitsätzen erkennen Arbeitgeber und DGB, Krankenkassen, Unfallkasse, Berufsgenossenschaften, Rentenversicherung sowie die Agentur für Arbeit im Land die Bedeutung gesunder und guter Arbeitsverhältnisse in Baden-Württemberg an.

Darüber hinaus verpflichten sie sich selbst zur Entwicklung, Einführung und Stärkung wirksamer und zusätzlicher Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung von Gesundheit am Arbeitsplatz. Neben Maßnahmen des Arbeitsschutzes werden künftig verstärkt auch Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Prävention in den Unternehmen umgesetzt werden. In Kommunalen Gesundheitsdialogen werden Beschäftigte, Unternehmen und weitere Partner darüber hinaus passende Maßnahmen für die jeweilige Situation vor Ort planen und sich an der Umsetzung in der Region beteiligen.

Auf dem Weg zum Musterland für gute und sichere Arbeit

„Das Bündnis ist ein Meilenstein auf dem Weg der Landesregierung, Baden-Württemberg zum Musterland für gute und sichere Arbeit zu machen“, erklärte Ministerin Altpeter. „Angesichts des demografischen Wandels und der dynamischen Veränderungen in der Arbeitswelt werden der Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit der Beschäftigten immer wichtiger – sowohl für den Einzelnen als auch für die Unternehmen. Entsprechende Maßnahmen können nur dann erfolgreich sein, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen. Dazu erklären sich die Unterzeichnenden des Bündnisses „Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg“ bereit. Das ist ein guter Tag für die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber im Land.“

Statements

„Gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sind eine wichtige Grundlage für den Erfolg unserer Unternehmen“, sagte Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg: „Deshalb engagieren sich unsere Betriebe auch in hohem Maße über die gesetzliche Pflicht des Arbeitsschutzes hinaus in der Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigten und in der Prävention.“ Die Arbeitswelt sei jedoch nicht der einzige bestimmende Faktor, so Dick: „Der private Lebenswandel hat einen noch höheren Einfluss auf die Gesundheit. Deshalb ist es nur konsequent und richtig, dass das gemeinsame Bündnis auch die Eigenverantwortung der Beschäftigten betont.“

Der DGB Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf bot Arbeitsministerin Altpeter und den Bündnispartnern an, bei der Stärkung des Arbeitsschutzes an einem Strang zu ziehen. Er betonte aber, dass hierzu eine funktionierende Gewerbeaufsicht mit ausreichender Personalausstattung gehöre. „Es ist gut, dass das Land acht neue Stellen etwa für Gewerbeärzte und Arbeitspsychologen geschaffen hat“, sagte Landgraf. Doch der Personalbedarf sei weit höher. Die Zahl der von der Gewerbeaufsicht besuchten Betriebe sei von 33.000 im Jahr 2009 auf zuletzt 12.600 gesunken.

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, sagte: „In der uns übertragenen Verantwortung für fast 4 Millionen Versicherte in unserem Land sind die Leitsätze ein deutlich positives Zeichen dafür, welchen hohen Stellenwert das Gut Gesundheit und seine nachdrückliche Förderung hat. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt als größte Krankenkasse im Südwesten dieses Bündnis ausdrücklich. Mit „Lebe Balance im Betrieb“ haben wir ein bisher deutschlandweit einzigartiges Angebot für alle Unternehmen im Land aufgelegt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen auf wissenschaftlich fundierter Basis, mehr für die Förderung ihrer eigenen psychischen Gesundheit zu tun. Das Programm hilft dabei, geeignete Schutzfaktoren zur Bewältigung der Herausforderungen im Betriebsalltag aufzubauen.“

Für die B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg, zu welcher der BKK Landesverband Süd, die IKK classic, die Knappschaft und die Ersatzkassen gehören, ist das Sektoren übergreifende Denken und Handeln entscheidend. Der Leiter des Verbands der Ersatzkassen (vdek) - Landesvertretung Baden-Württemberg, Walter Scheller, stellte fest: „Für uns ist der Nutzen für unsere Versicherten von zentraler Bedeutung. Wir setzen uns seit vielen Jahren für eine umfassende, zielbezogene und qualitätsgesicherte Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung für unsere Versicherten ein. Wir sehen in dem Bündnis einen essentiellen Beitrag vieler Akteure, gute und gesunde Arbeitsverhältnisse für unsere Versicherten zu schaffen, zu erhalten und weiter zu entwickeln. Das bleibt für uns eine ständige Herausforderung und Aufgabe.“

Hubert Seiter, Chef der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, betonte: „Wir wollen Beschäftigte möglichst lange gesund, leistungsfähig und mit angemessener Bezahlung in Arbeit halten. Unser Firmenservice sowie gute Rehabilitationskliniken und Berufsförderungswerke helfen mit, wenn Wiedereingliederungsmaßnahmen notwendig sind.“

Martina Lehmann, Geschäftsführerin Arbeitslosenversicherung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärte: „Gesundheit wirkt sich maßgeblich auf das Arbeitsleben und damit auch auf die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit von Frauen und Männern aus.  Die Regionaldirektion Baden-Württemberg ist hier in zweifacher Hinsicht gefragt. Der Gesundheitszustand unserer Kundinnen und Kunden spielt für die Arbeitsaufnahme eine wichtige Rolle. Menschen, die Klarheit über ihre gesundheitliche Verfassung haben, können gemeinsam mit uns berufliche Perspektiven entwickeln und unterstützende Hilfen wahrnehmen. In ihrer Rolle als Arbeitgeberin steht die Regionaldirektion Baden-Württemberg ebenso in der Verantwortung. Unser Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein fester Bestandteil zur Gesundheitsförderung und -erhaltung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Für die Berufsgenossenschaften und die Unfallkasse Baden-Württemberg begrüßte Thomas Köhler, Landesdirektor Südwest der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die Vereinbarung: „Investitionen in Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit lohnen sich. Gerade kleine Unternehmen tun sich aber schwer damit. Eine Bäckerei mit fünf Angestellten hat eben nicht dieselben Ressourcen wie eine Autofabrik. Hier wollen wir im Bündnis mehr Unterstützung geben. Viele Beispiele zeigen: Auch kleine Betriebe haben viel Potenzial, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu fördern.“

Siegfried Tretter, Geschäftsführer der Unfallkasse Baden-Württemberg, sagte: „Der Mensch und seine Gesundheit  stehen seit Jahren im Mittelpunkt des Handelns der Unfallkasse Baden-Württemberg. Nicht allein die gesetzlichen Vorgaben zu Arbeits- und Gesundheitsschutz, sondern das Bewusstsein, dass das wichtigste Kapital aller Beschäftigten die Gesundheit und Leistungsfähigkeit  sind, sollte die Grundlage unserer Bemühungen sein. Dieser Tag und dieses Bündnis ist Ausdruck des erklärten Willens der Beteiligten, sich dem Arbeits- und Gesundheitsschutz in einer sich immer schneller verändernden Arbeitswelt in besonderem Maße anzunehmen. Ein erfülltes Arbeitsleben und eine stabile Gesundheit bis ins hohe Alter, dafür steht der heutige Tag, dafür steht das Bündnis, dafür setzt sich die UKBW gerne als aktiver Partner ein.“

Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg

Bündnis Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg (PDF)


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Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

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