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Schienenverkehr
  • 09.12.2015

AVG soll Zuschlag für „Stadtbahn Karlsruhe“ bekommen

  • Empfangsgebäude mit Vorplatz des Hauptbahnhofes Karlsruhe (Bild: Deutsche Bahn AG/ Christian Bedeschinski)

Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG) soll zur Fahrplanumstellung am 13. Dezember 2015 den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf den durch Karlsruhe führenden Linien betreiben. Dies ist das Ergebnis des SPNV-Vergabeverfahrens für das Ausschreibungsnetz 7 a/b.

„Mit dem Zuschlag für die AVG kann das Karlsruher Modell auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau fortgeführt werden. Die Großregion Karlsruhe profitiert von einem vorbildlichen Nahverkehr. Die Vergabe des Netz sieben ist ein weiterer Schritt, den Schienenverkehr des Landes durch Neuvergaben zu modernisieren”, so Verkehrsminister Winfried Hermann. Der Angebotsumfang entspricht den auch heute vom Land bestellten Leistungen.  

Das Land zahlt für die von der AVG erbrachten Leistungen künftig einen Preis von 9,62 Euro pro Zugkilometer (Preisstand 2016). „Auch bei dieser Vergabe liegen wir mit dem Preis zwei Euro unter dem des Großen Verkehrsvertrags der früheren Landesregierung“, so Hermann weiter. Dieser Preis berücksichtigt den relativ hohen technischen Aufwand der Fahrzeuge sowie die Umrüstung mit WLAN, Toiletten und Mehrzweckbereichen.

Als bundesweit erstes Unternehmen hat die AVG den Zweisystem-Stadtbahnverkehr eingeführt, das sogenannte „Karlsruher Modell.“ Damit können S- und Regionalbahnen die Karlsruher Innenstadt als Stadtbahnen queren, um später als S- und Regionalbahnen weiterzufahren. Das erspart den Fahrgästen Zeit, die beim Umsteigen verloren ginge. Mit der Vergabe des Netzes 7 a/b an die AVG, dem einzigen Bieter für das Netz, bleibt das Modell beim bisherigen Betreiber. Die Laufzeit des Verkehrsvertrages beträgt sieben Jahre (ab 2015 bis 2022). Stufenweise übernimmt die AVG dabei die bis dahin auslaufenden Verträge. 

Die Fahrzeuge werden bis Mitte 2017 mit kostenloser WLAN-Verbindung für die Reisenden ausgestattet. Gebrauchtfahrzeuge waren im Vergabeverfahren zugelassen, bei einem Großteil der Fahrzeuge wird dafür die Innenausstattung (z.B. Sitzbezüge, Fahrradabstellmöglichkeiten) sukzessive modernisiert. Die Fahrzeuge sind mit Mehrzweckbereichen ausgestattet. Bei den langlaufenden Fahrten im Murgtal nach Freudenstadt ist in mindestens einem Fahrzeugteil eine Toilette vorhanden.

Steckbrief zu Netz 7 a/b

Übersicht der Strecken

Übersicht der Strecken mit allen Haltepunkten

Linien

  •  [Menzingen / Odenheim –] Bruchsal – Karlsruhe Hbf – Rastatt – Achern (S31 / S32)
  •  [Karlsruhe Albtalbahnhof –] Karlsruhe-Durlach – Bretten – Eppingen – Heilbronn – Öhringen Cappel (S4)
  •  [Wörth (Rhein) – ] Karlsruhe Rheinbrücke (Landesgrenze) – Karlsruhe – Pforzheim (S5)
  •  [Karlsruhe Tullastraße –] Karlsruhe Albtalbahnhof – Rastatt – Achern (S4; künftig S7)
  •  [Karlsruhe Tullastraße –] Karlsruhe Albtalbahnhof – Rastatt – Freudenstadt – Eutingen im Gäu (– Herrenberg) (S41; künftig S8)
  •  Bruchsal – Bretten [– Mühlacker] (S9)
  •  Pforzheim – Bad Wildbad (S6; Einzelleistungen)
  •  Bretten – Mühlacker (S9; Einzelleistungen)

Hinweis: Ein Teil der Stadtbahnleistungen sowie Stadtbahnleistungen auf weiteren Strecken [oben kursiv und in eckigen Klammern dargestellt] werden durch andere Aufgabenträger bestellt 

Hinweis: Ein Teil der Linienabschnitte ist erst ab Stufe 2 Bestandteil des Netzes (kursiv dargestellt)

Inbetriebnahme und Laufzeit 

Dezember 2015 – Dezember 2022 (7 Jahre)

Leistungsumfang

Stufe 1 (ab 12/2015): 5,2 Millionen Zugkilometer / Jahr

Stufe 2 (ab 12/2016): 7,9 Millionen Zugkilometer / Jahr (Aufnahme weiterer Verträge)

Stufe 3 (ab 12/2017): 7,9 Millionen Zugkilometer / Jahr

Stufe 4 (ab 06/2019): 7,6 Millionen Zugkilometer / Jahr (0,3 Millionen Zugkilometer / Jahr (Linie S9) gehen in das „Stuttgarter Netz“ (Netz 1) über)

Hinweis: Bei den angegebenen Zugkilometern sind nur die landesfinanzierten Leistungen enthalten. Die unterschiedlichen Leistungsumfänge ergeben sich aus erst zu einem späteren Zeitpunkt zu integrierenden Verträgen bzw. als Folge der Inbetriebnahme anderer Netze.

Firmenprofil AVG

Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG) bietet als Nahverkehrsunternehmen in erster Linie öffentlichen Personenverkehr auf der Schiene und mit dem Bus an. Wichtigstes Verkehrsangebot sind dabei die mit den Innenstädten Karlsruhe und Heilbronn verknüpften Zwei-System-Linien, die als „Tram-Train-System“ direkte, umsteigefreie Verbindungen aus der Region in die Innenstädte der Oberzentren bieten. Dieses Angebot ist als „Karlsruher Modell“ seit den 1990er Jahren bekannt.

Im Jahr 2014 bediente die AVG im Bereich Schiene ein Verkehrsnetz mit einer Streckenlänge von 561,3 Kilometern und befährt hierbei sowohl eigene Strecken, von der DB Netz AG gepachtete Strecken und DB Netz AG-Infrastruktur. 

Die AVG beschäftigt rund 800 Mitarbeiter und setzt für den Bahnbetrieb rund 160 Triebwagen sowie acht Lokomotiven ein.Neben dem öffentlichen Personennahverkehr ist die AVG im Güterverkehr und als Infrastrukturbetreiber tätig. Gegründet wurde das Unternehmen 1957.


Kontakt

Verkehrsministerium 220x115

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

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