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Naturschutz
  • 15.05.2017

Artenrückgang in kleineren Gewässern

  • Gewässerschutzmaßnahmen an der Jagst: Die Feuerwehr und das Technische-Hilfswerk pumpen Wasser ab und spritzen es unter Druck mit bis zu 500 Litern pro Sekunde wieder in den Fluss, um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. (Foto: dpa)

Umweltminister Franz Untersteller hat darauf hingewiesen, dass Landwirte und Obstbauern eine besondere Verantwortung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tragen. Stichprobenartige Untersuchungen in der Bodenseeregion zeigen einen Artenrückgang in kleineren Gewässern. Ein Zusammenhang mit Pestiziden in Landwirtschaft und Obstanbau ist wahrscheinlich.

Umweltminister Franz Untersteller hat darauf hingewiesen, dass Landwirte und Obstbauern eine besondere Verantwortung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tragen. Es sei absolut unverzichtbar, dass Pestizide nur mit größter Umsicht und unter Beachtung aller Regeln und Vorschriften eingesetzt würden, sagte Untersteller. Dabei gehe es sowohl um gesetzliche Vorschriften, als auch um Gebrauchshinweise beim Einsatz bestimmter Mittel.

„Pestizide bedrohen Kleinst-Lebewesen, wir müssen davon ausgehen, dass sie sowohl für den dramatischen Rückgang der Insektenpopulationen als auch für den Rückgang der Artenvielfalt im Wasser verantwortlich sind.“ Der Umweltminister bezog sich dabei ausdrücklich auf Untersuchungen in kleinen Gewässern der Bodenseeregion, wonach es zumindest ortsweise alarmierende Einbrüche bei der Artenvielfalt gegeben hat. „Ein Zusammenhang mit dem Einsatz von Pestiziden im Obstanbau kann nicht nur nicht ausgeschlossen werden, sondern ist meiner Kenntnis nach wahrscheinlich“, so Untersteller.

Gewässer besser vor Pestizideinträgen schützen

Der Umweltminister erinnerte daran, dass er wegen des Pestizidrisikos und zum Schutz der Gewässer 2014 die Regelungen zum Gewässerrandstreifen im Wassergesetz ausgeweitet habe: „Im Gewässerrandstreifen ist der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich verboten. Und je breiter die Pufferzone zwischen Gewässer und Anbaufläche desto kleiner ist die Gefahr, dass Pestizide ins Wasser gelangen. Die Messergebnisse in der Bodenseeregion zeigen, dass es richtig war, seinerzeit die Vorschriften zu verschärfen. Wir müssen allerdings auch sicherstellen, dass sie ohne Einschränkung eingehalten werden.“

In der Bodenseeregion, sagte der Umweltminister abschließend, werde jetzt eingehend geprüft, ob es Versäumnisse gegeben habe und wie die Gewässer künftig besser vor Pestizideinträgen geschützt werden könnten. Eine Überlegung sei, die Spritztechnik beim Aufbringen von Pflanzenschutzmitteln so zu verbessern, dass die Gifte nicht vom Wind ins Gewässer transportiert werden könnten.

Untersteller kündigte auch an, auf den für die Landwirtschaft zuständigen Minister, Peter Hauk, zuzugehen, mit dem Ziel, gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, um den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden in die Umwelt zu reduzieren.


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