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Energie
  • 20.04.2015

Anteil der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg

  • Zwei Monteure einer Firma für Solartechnik installieren auf einem Dach in Frittlingen (Zollernalbkreis) Solarpanele. (Bild: dpa)

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) eine erste Abschätzung der Entwicklung der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg für das Jahr 2014 vorgelegt.

Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller wies darauf hin, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an der Strom- und Wärmeerzeugung auch im vergangenen Jahr wieder angestiegen ist: „Der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Endenergieverbrauch für Strom, Wärme und Kraftstoffe hat im Jahr 2014 mit 12,8 Prozent einen neuen Höchstwert erreicht.“ Dennoch zeigten die Zahlen, dass die Erneuerbaren noch viel Luft nach oben hätten. Die Landesregierung werde den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien daher auch künftig tatkräftig unterstützen. 

Die Bruttostromerzeugung im Land ging der Abschätzung zufolge vergangenes Jahr um 2,2 Prozent auf insgesamt 60,2 Terawattstunden zurück. „Rund 14 Terawattstunden hiervon haben Wind, Sonne, Biomasse und Wasser erzeugt, im Jahr zuvor waren es noch 13,8 Terawattstunden“, erklärte Minister Untersteller. „Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung ist von 22,4 Prozent im Jahr 2013 auf nunmehr 23,2 Prozent angestiegen.“ Auch beim Bruttostromverbrauch hat sich die Quote von 17,6 Prozent im Jahr 2013 auf 18,3 Prozent im Jahr 2014 erhöht.

Der Anteil der Windenergie an der Bruttostromerzeugung betrug letztes Jahr 1,1 Prozent bei einer installierten Leistung von insgesamt rund 560 Megawatt. „Allerdings sind im letzten Jahr 94 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von über 250 Megawatt genehmigt worden“, betonte der Umwelt- und Energieminister. Ende 2014 seien den Genehmigungsbehörden zudem Anträge für etwa 250 weitere Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 700 Megawatt vorgelegen. „Das zeigt mir, dass der Anteil der Windenergie künftig kräftig ansteigen wird“, so Untersteller.

Erfreut zeigte sich der Minister über den Anstieg der Stromerzeugung aus Photovoltaik: „Nachdem die Photovoltaik schon in den Vorjahren die größten Zuwachsraten verzeichnen konnte, hat sie im Jahr 2014 nochmals um elf Prozent auf jetzt knapp 4,7 erzeugte Terawattstunden zugelegt. Mit einem Anteil von 7,7 Prozent an der Bruttostromerzeugung hat sie damit erstmals den bisherigen Spitzenreiter bei den Erneuerbaren, die Wasserkraft mit einem Anteil von 7,6 Prozent, auf Platz zwei verdrängt.“ Nicht vergessen werden dürfe dabei allerdings die witterungsbedingt geringere Stromerzeugung aus Wasserkraft, die von 5,1 Terawattstunden im Jahr 2013 auf lediglich knapp 4,6 Terawattstunden im Jahr 2014 zurückging.

Überhaupt habe das milde Wetter das letzte Jahr stark geprägt, so Franz Untersteller weiter. „Zur Wärmeerzeugung waren deswegen weniger Brennstoffe nötig, der Verbrauch an Endenergie ging hier gegenüber dem Vorjahr um über elf Prozent von 175 auf nunmehr 155 Terawattstunden zurück.“ Zwar sei damit auch der Verbrauch der erneuerbaren Energien im Wärmesektor von 18,4 Terawattstunden in 2013 auf 16,7 Terawattstunden im Jahr 2014 zurückgegangen, insbesondere aufgrund eines weiteren Wachstums bei der Solarthermie sei der zu erwartende Rückgang der Erneuerbaren allerdings schwächer ausgefallen als bei den fossilen Energieträgern. „Der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch zur Wärmebereitstellung ist somit von 10,5 auf rund 10,8 Prozent leicht angewachsen.“

Da auch der Stromverbrauch mit aktuell 76 Terawattstunden um drei Prozent leicht zurück ging, hat der Primärenergieverbauch  in Baden-Württemberg im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um fast sechs Prozent abgenommen.

Weitere Informationen

Sowohl die Energieerzeugung wie auch der Energieverbrauch können nach unterschiedlichen Kriterien ermittelt werden. Dazu eine kurze Übersicht über häufig verwendete Begriffe: 

Erneuerbare Energie (auch regenerative Energie genannt) ist Energie aus Quellen, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind oder sich vergleichsweise schnell erneuern. Dazu zählen Sonnenenergie, Wasserkraft, Windkraft, Erdwärme, Bioenergie.

Fossile Energie wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen, die wie Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl in geologischer Vorzeit aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren entstanden sind. Diese fossilen Energieträger basieren auf dem Kohlenstoffkreislauf und ermöglichen damit, in vergangenen Zeiten gespeicherte (Sonnen)energie heute zu verwerten. Bei der Nutzung wird klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt.

Primärenergieverbrauch: Verbrauch beziehungsweise Absatz von Energieträgern, die noch keiner Umwandlung unterworfen wurden, wie zum Beispiel Steinkohle, Braunkohle, Rohöl oder Erdgas.

Endenergieverbrauch: Verbrauch von Energieträgern durch den Endverbraucher beziehungsweise Absatz von Energieträgern an den Endverbraucher. Nicht enthalten ist insbesondere der Energieeinsatz für Umwandlung beziehungsweise Weiterverarbeitung von Primärenergieträgern (zum Beispiel Stromproduktion, Raffinerien etc.).

Bruttostromerzeugung: Bruttostromerzeugung ist die erzeugte elektrische Arbeit, gemessen an den Generatorenklemmen einer Erzeugungseinheit, das heißt einschließlich des Eigenverbrauchs der Erzeugungseinheit. 

Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2014 (PDF)


Ministerium

Das baden-württembergische Ministerium Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Stuttgart.

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