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Digitalisierung
  • 13.09.2017

400 Digitalisierungs-Professuren in Baden-Württemberg seit 2012

  • Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart, arbeitet an einer Tropfenkammer (Symbolbild: © dpa).

Baden-Württemberg geht das Thema Digitalisierung auch im Hochschulbereich offensiv an. Seit 2012 sind an den Hochschulen 400 Professuren rund um die Digitalisierung entstanden. Das Land hat den Ausbau der Studienplätze zielgerichtet genutzt, um dieses Zukunftsfeld auch in den Studiengängen zu stärken. Mit der Digitalisierungstrategie digital@bw erwartet Wissenschaftsminiertin Theresia Bauer einen weiteren Schub für die Digitalisierung in Forschung und Lehre.

Die Digitalisierung ist ein zentrales Thema der baden-württembergischen Lan­des­regierung, die Ende Juli die Digitalisierungsstrategie digital@bw beschlossen hat. Bis 2021 investiert das Land rund eine Milliarde Euro in die Digitalisierung. Baden-Württemberg soll so zur digitalen Leitregion werden. Der Wissenschafts­bereich geht voran und gestaltet die Digitalisierung, wie eine aktuelle Erhebung des Wissen­schafts­ministeriums an allen Hochschulen in Baden-Württemberg zeigt. Erfasst wurde die Zahl der neu eingerichteten oder umgewidmeten Professuren im Bereich Digitalisierung oder mit Schwerpunkt Digitalisierung seit 2012.  

„Rund 400 Professuren im Bereich Digitali­sie­rung wurden in den vergangenen fünf Jahren in Baden-Württemberg besetzt. Das zeigt: Unsere Hochschulen nehmen die Digitalisierung ernst und gestalten diese aktiv mit“, teilte Wissen­schafts­­ministerin Theresia Bauer mit. Die Digitalisierungs­strategie des Landes werde hier noch einen weiteren Schub bringen. „Und das ist richtig so: Wir brauchen die klugen Köpfe an unseren Hochschulen, um die Chancen und Potentiale der Digitalisierung zu nutzen, aber auch Fehlentwicklungen zu erkennen. Dafür muss das Themenfeld flächen­deckend und fächerübergreifend an den Hochschulen in Forschung und Lehre verankert sein“, so Bauer weiter.

Digitalisierung über alle Studienfächer hinweg Thema

Die umfassende Verankerung der Digitalisierung werde neben Investitionen in die Infrastruktur auch durch die konse­quente Ausrichtung dauerhafter Professuren auf den digitalen Wandel erreicht – „wie es unsere Hochschulen in den letzten Jahren gezeigt haben“, sagte die Ministerin. Das Land habe mit den Spielräumen für neues Personal durch den Hochschulfinanzierungsvertrag sowie in den Hochschul-Ausbauprogrammen im Dialog mit Wirtschaft und Wissenschaft frühzeitig einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung gesetzt. „Wir haben den Ausbau der Studienplätze zielgerichtet genutzt, um dieses Zukunftsfeld zu stärken“, betonte Bauer.

Für das Gestalten der Digitalisierung sei entscheidend, dass Hochschulen in allen Studienfächern Professuren mit einem Schwerpunkt im Bereich des digitalen Wandels einrich­ten. „Digitalisierung betrifft nicht nur die Informatik. Sie umfasst alle Bereiche unserer Gesell­schaft und verändert folglich alle Studien­fächer. Deshalb muss sie auch an den Hochschulen in allen Fachbereichen verankert werden“, betonte Bauer.

Zwei Drittel neu geschaffene Digitalisierungs-Professuren

Einen zusätzlichen Schub erwartet die Ministerin von der vor kurzem beschlos­senen Digitalisierungs­strategie des Landes, die wesentliche Investitionen im Bereich Wissenschaft vorsieht. „Die Hochschulen gehen bei der Digitalisierung eigenständig voran. Schließlich ist die Digitalisierung selbst zu großen Teilen ein Produkt wissenschaftlicher Neugier. Als Land leisten wir in besonders innova­tiven Feldern zusätzliche Unterstützung, wie zum Beispiel bei den intelligenten Systemen oder der personalisierten Medizin. So erhöhen wir das Tempo in wichtigen Innovationsfeldern zusätzlich“, sagte Ministerin Bauer abschließend.

Zwei Drittel der Digitalisierungs-Professuren wurden neu geschaffen - finanziert durch den Hochschulfinanzierungsvertrag „Perspektive 2020“, die Ausbauprogramme Hochschule 2012 und Master 2016 oder durch andere Drittmittelfinanzierung wie zum Beispiel Stiftungsprofessuren -, ein Drittel ist durch die Umwidmung vorhandener Professuren entstanden.

Anzahl der Professuren im Bereich Digitalisierung oder mit Digitalisierungs- Schwerpunkt nach Hochschulart

  • Universitäten: 132 Professuren
  • Medizinische Fakultäten: 24 Professuren
  • Pädagogische Hochschulen: 5 Professuren
  • Kunst-/Musikhochschulen: 12 Professuren
  • Hochschulen für Angewandte Wissenschaft (HAW): 221 Professuren  

Ausgewählte Beispiele für Professuren

Medizin

  • Medizinische Fakultät der Universität Freiburg: Medizinische Bioinformatik
  • Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg: Medizininformatik in der translationalen Onkologie.
  • Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg: Komplexe Datenverarbeitung in der Epidemiologie.
  • Medizinische Fakultät der Universität Tübingen: Klinische Genomdatenanalyse.

Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Energietechnik

  • Hochschule Konstanz: Gesundheitsinformatik mit Schwerpunkt Medizinische Informatik – unter anderem Telemedizin und eHealth, Consumer Health und Ambient Assisted Living.
  • Hochschule Reutlingen: Medizininformatik, insbesondere Informationssysteme im Gesundheitswesen.
  • Hochschule Heilbronn: Interaktionstechnologien für Robotersysteme, Mensch-Computer-Interaktion.
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Autonome lernende Roboter.
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Angewandte Informatik für Energiesysteme.
  • Hochschule Esslingen, Karlsruher Institut für Technologie (KIT): IT-Sicherheit.
  • Hochschule Ravensburg-Weingarten Autonomes Fahren.
  • Hochschule Esslingen: Informationssysteme im Bereich der Mobilität.
  • Universität Ulm: Digital Vernetzte Mobilitätssysteme.
  • Hochschule Konstanz: Sensorik, angewandte Physik und Fahrzeugsystemtechnik.
  • Hochschule Aalen/Hochschule Schwäbisch-Gmünd: Internet der Dinge.
  • Universität Stuttgart: Augmented Reality und Virtual Reality.
  • Universität Stuttgart: Energiesystemanalyse.
  • Universität Stuttgart: Digitale Phonetik.
  • Hochschule Offenburg: Computergrafik und Gestaltung interaktiver Medien.
  • Hochschule Mannheim: Big Data and Cloud Computing.
  • Hochschule Furtwangen: Digitale Medien, insbesondere User Interface Design/Screendesig.
  • Hochschule Furtwangen: Musikdesign.

Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie

  • Hochschule Nürtingen-Geislingen Digitalisierung der Arbeitswelt.
  • Universität Hohenheim: Komplexe Systeme in Automation und Robotik.
  • Universität Mannheim: Wirtschaftsinformatik/Enterprise Data Analysis.
  • Hochschule Pforzheim: Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Digital Business.
  • Hochschule Aalen, Universität Mannheim: Data Science.
  • Universität Ulm: Lernende Systeme.
  • Universität Ulm: Künstliche Intelligenz.
  • Universität Konstanz: Methoden für intensive Daten in der Psychologie. 

Geistes-, Sozial-, Erziehungs-, Musik- und Medienwissenschaften

  • Universität Konstanz: Medienwissenschaft mit Schwerpunkt mediale Teilhabe in digitalen Kulturen.
  • Universität Konstanz: Social Science Data Collection and Analysis.
  • Universität Mannheim: Digitale Kommunikation. 
  • Hochschule der Medien, Stuttgart: Digitale Medienproduktion.
  • Hochschule der Medien, Stuttgart Game Development.
  • Hochschule für Musik Karlsruhe: Music for Film, Theatre, Games and other Media.
  • Musikhochschule Trossingen: Digitale Medienkomposition.
  • Pädagogische Hochschule Heidelberg: Deutsch als Fremdsprache mit Schwerpunkt IT-Medien im „Deutsch als Fremdsprache“-Unterricht.
  • Pädagogische Hochschule Weingarten: Erziehungswissenschaft mit medienpädagogischem Profil.

Naturwissenschaften, Geographie, Agrarwissenschaft, Bauwissenschaft

  • Universität Tübingen: Computational Nano-Science.
  • Universität Hohenheim: Datenassimilation im Erdsystem.
  • Universität Heidelberg: Geoinformatik und 3D-Geodatenverarbeitung.
  • Universität Tübingen: Physische Geographie/Schwerpunkt Geographische Informationssysteme.
  • Hochschule für Technik Stuttgart: Bauinformatik, Digitales Planen und Bauen.
  • Universität Stuttgart: Digitalisierung von Bauprozessen.

Rechtswissenschaft

  • Universität Tübingen: Deutsches und Europäisches Straf- und Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Computerstrafrecht.
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Öffentliches Recht, insbesondere öffentliches Informationsrecht, Daten­schutz­recht und Regulierungsrecht.
  • Universität Konstanz: Strafrecht mit internationaler Ausrichtung, Schwerpunkt: IT- und Medienstraf­recht.

Kontakt

Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Königstraße 46
70173 Stuttgart

Bürgerreferentin:

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