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Bildung
  • 21.03.2013

Lehrerausbildung weiterentwickeln

  • Schüler während des Physikunterrichts im Klassenraum (Bild: dpa)

    Quelle: © dpa

Die Herausforderungen für die Lehrerinnen und Lehrer steigen beständig. Um die Qualität des Unterrichts zu sichern, muss daher die Lehrerbildung weiterentwickelt werden. Das Ziel: Alle Schülerinnen und Schüler sollen ihre Potenziale voll entwickeln können. Eine unabhängige Expertenkommission hat nun Vorschläge für die Weiterentwicklung der Lehrerausbildung im Land vorgelegt.

Warum muss die Lehrerbildung weiterentwickelt werden?

Baden-Württemberg verfügt über gute Schulen und gute Lehrerinnen und Lehrer. Doch die Herausforderungen für die Schulen nehmen zu: Das Wissen in der Welt wächst sprunghaft. Die Unterschiedlichkeit unter den Schülerinnen und Schülern nimmt zu. Beispielsweise stellt sich den Schulen unter dem Stichwort Inklusion die Aufgabe, auch behinderte und lernschwächere Kinder im regulären Unterricht zu fördern.

Was ist das Ziel einer Weiterentwicklung der Lehrerbildung?

Alle Schülerinnen und Schüler sollen ihr volles Potenzial entwickeln können. Die Schule soll Neugier und die Lust auf Leistung bei allen Kindern wecken. Dies macht eine Weiterentwicklung in der Lehrerausbildung notwendig: Wir müssen dafür sorgen, dass die am besten Geeigneten den Lehrer-Beruf ergreifen und dass angehende Lehrerinnen und Lehrer optimal auf die Herausforderungen der Schule vorbereitet werden.

Ziel ist also die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer so weiterzuentwickeln, dass jedes Mädchen und jeder Junge im Unterricht optimal gefördert wird. Sie sollen so den jeweils bestmöglichen Schulabschluss erreichen können, ob Hauptl- oder Werkrealschulabschluss, ob Realschulabschluss oder Abitur.

Außerdem soll die Lehrerausbildung flexibler gestalten werden. Damit Studierende auch zu späteren Zeitpunkten des Studiums sich für oder gegen den Lehrerberuf entscheiden können. Deshalb haben Wissenschafts- und Kultusministerium die Expertenkommission ausdrücklich darum gebeten, eine gestufte Studienstruktur zu prüfen.

Was war die Aufgabe der unabhängigen Expertenkommission?

Die unabhängige Kommission zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung in Baden-Württemberg wurde gemeinsam von Wissenschafts- und Kultusministerium im Frühjahr 2012 eingesetzt. Ihr Auftrag: Sie sollte Empfehlungen zur besseren Vorbereitung der Lehrkräfte auf den Umgang mit Heterogenität und Inklusion in den Schulen entwickeln, Wege zur engeren Zusammenarbeit der Universitäten und der Pädagogischen Hochschulen in der Lehrerbildung aufzeigen und die Fortführung des Bologna-Prozesses in der Lehrerbildung in den Blick nehmen.

Die Kommission besteht aus acht externen Sachverständigen und drei ständigen Gästen aus Baden-Württemberg. Vorsitzende der Kommission ist die ehemalige Berliner Schulsenatorin Sybille Volkholz.

Wie sehen die Empfehlungen der Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung aus?

Die Expertenkommission hat Vorschläge zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung entwickelt. Diese sehen eine vertiefte fachliche Bildung der angehenden Lehrer und eine bessere Vermittlung der Fachdidaktik vor. Denn erst wer ein Fach in der Tiefe durchdrungen hat, kann das notwendige Wissen an die Schüler weitergeben. Genauso wichtig ist es, die Fähigkeiten zur Vermittlung von Wissen zu stärken.

Die Empfehlungen umfassen im Wesentlichen folgende Eckpunkte:

  • Die Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf ein gestuftes Studium mit Bachelor- und Master-Abschluss.
  • Ein gemeinsames Lehramt für die weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I und II). Die Lehrkräfte sollen sowohl die Lehrbefähigung für die Sekundarstufe I (Unterricht bis zur 10. Klasse) als auch für die Sekundarstufe II (ab 11. Klasse) besitzen.
  • Die Einrichtung einer hochschulübergreifenden Kooperation zwischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen für die Masterphase im Lehramt für die weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I und II)
  • Eine sonderpädagogische Grundbildung in allen Lehramtsstudiengängen. Studierende sollen künftig den Schwerpunkt Sonderpädagogik im Rahmen des Studiums für das Lehramt an Grundschulen, weiterführenden Schulen und berufsbildenden Schulen wählen können.

Wie geht es weiter?

Die Landesregierung setzt auf Dialog mit den Beteiligten bei der Weiterentwicklung der Lehrerbildung. Bereits bei der Arbeit der Expertenkommission, die mit dem Forum Lehrerbildung am 27. Juni 2012 erfolgreich angestoßen wurde, war der Dialog ein wichtiger Teil.

Am 7. Mai 2013 werden die Empfehlungen im Rahmen einer Fachtagung diskutiert, die sich an alle an der Lehrerbildung im Land Beteiligten richtet: an Universitäten, Pädagogische Hochschulen und Seminare, an Studierende, Eltern, Schülerinnen und Schüler und Verbände.

Außerdem wird es vertiefte Gespräche mit den Verantwortlichen der Lehrerbildung geben, also vor allem mit den Hochschulen und den Seminaren.

Noch vor der Sommerpause wollen Wissenschafts- und Kultusministerium ihre Eckpunkte für die Reform der Lehrerbildung ins Kabinett einbringen.


Ministerium

Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart.

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