Landwirtschaft

Land- und Forstwirtschaft

Zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft

  • Traktor mäht Wiese

Wir geben der bäuerlichen Landwirtschaft in Baden-Württemberg eine Perspektive. Dabei handeln wir nach den zwei Grundsätzen „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit“ und „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“.

Land- und Forstwirtschaft leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie erzeugen nachhaltig gesunde Lebensmittel, pflegen unsere Kulturlandschaft und bauen nachwachsende Rohstoffe an.

Diese gesellschaftlich gewollten Leistungen werden vom Markt nicht ausreichend honoriert. Damit sich bäuerliche Familienbetriebe trotzdem behaupten können, müssen wir sie unterstützen. Mit dem „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ (FAKT) und der „Landschaftspflegerichtlinie“ (LPR) haben wir die richtigen Programme zur Förderung von Agrarumweltmaßnahmen. Gemeinsam mit der Europäischen Union fördert das Land vor allem den Erhalt der natürlichen Ressourcen, die Pflege der Kulturlandschaft und ein umweltbewusstes Betriebsmanagement. Es entspricht unserer Forderung, öffentliche Gelder noch stärker an öffentliche Leistungen zu koppeln.

Europäische Agrarpolitik wird ökologischer und gerechter

Eine ökonomisch starke und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft hat für die Landesregierung einen zentralen Stellenwert. Deshalb tun wir alles, damit die bäuerlichen Familienbetriebe und auch die Umwelt in Baden-Württemberg bestmöglich von der europäischen Agrarpolitik profitieren können.

Die Landesregierung hat in Brüssel gut für unsere Bäuerinnen und Bauern verhandelt: Für die Förderung der Landwirtschaft im Südwesten stehen im Zeitraum 2014 bis 2020 1,87 Milliarden Euro zur Verfügung.

Mit der Reform der europäischen Agrarpolitik im Jahre 2014 ist die Förderung ökologischer und gerechter geworden: Gerechter, weil die kleinen und mittelgroßen landwirtschaftlichen Betriebe – das sind 90 Prozent der Betriebe in Baden-Württemberg – nun deutlich stärker gefördert werden. Ein Hof mit der baden-württembergischen Durchschnittsgröße von 33 Hektar bekommt rund 1.600 Euro pro Jahr zusätzlich zur Grundförderung aus Brüssel überwiesen. Ökologischer, weil noch mehr Geld entsprechend dem Prinzip „öffentliche Mittel für öffentliche Leistungen“ eingesetzt werden kann, um die wertvollen Leistungen für der Landwirtinnen und Landwirte für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, für den Ökolandbau und die Bewirtschaftung benachteiligter Gebiete im Ländlichen Raum zu honorieren.

Milchbauern und Molkereien werden wir auch weiterhin in der schwierigen Wettbewerbssituation unterstützen und uns auf Bundes- und EU-Ebene zum Beispiel für wirksame Kriseninstrumente bei Preiseinbrüchen einsetzen.

Bio und regional: beliebt und chancenreich

Regionale Produkte prägen die Identität des Genießerlands Baden-Württemberg. Davon profitieren Landwirte und Verbraucher. Denn die Nachfrage nach biologisch erzeugten Lebensmitteln nimmt beständig zu. Die über 10.000 baden-württembergischen Unternehmen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel in diesem Sektor belegen die stetig wachsende Bedeutung. Die Zahl der Ökobetriebe im Land liegt damit auf einem historischen Höchststand.

Damit das Angebot an heimischen Bio-Lebensmitteln auch zukünftig mit der steigenden Nachfrage mithalten kann, bauen wir den erfolgreichen Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ weiter aus. Das Maßnahmenpaket reicht von der Produktion, über die Vermarktung bis hin zu Bildung und Forschung.

Keine Gentechnik auf den Feldern und im Stall

Rund 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf ihren Tellern. Deswegen machen wir uns dafür stark, dass Baden-Württemberg gentechnikfrei bleibt.

Bereits 2012 ist Baden-Württemberg dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Außerdem hat das Land gentechnikfreien Anbau in seinen neuen Pachtverträgen festgelegt: Pächter landeseigener Flächen müssen sich verpflichten, auf diesen nur gentechnikfreie Landwirtschaft zu betreiben. Zudem schützt die Landesregierung besonders sensible Schutzgebiete vor den unkalkulierbaren Risiken der Gentechnik für Natur und Artenvielfalt. In einem Abstand von 3.000 Metern um Naturschutzgebiete darf es keine gentechnisch veränderten Pflanzen geben. Darüber hinaus untersuchen wir Lebensmittel, Saatgut und Futtermittel im Rahmen eines Saatgut-Monitorings regelmäßig auf gentechnische Verunreinigungen, um Verbraucher und Landwirtschaft zu schützen.

Doch nicht nur auf Landesebene nutzt die Landesregierung alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel, um für gentechnikfreie Lebensmittel zu sorgen. Auch auf Bundes- und Europaebene engagieren wir uns für Regelungen gegen Agro-Gentechnik. So setzen wir uns etwa dafür ein, dass Staaten oder Regionen selbst Anbauverbote erlassen dürfen.

Nachhaltigkeit im Forst

Wald ist Produktionsstätte, Erholungs- und Naturraum in einem. Er liefert den wertvollen klimaneutralen Rohstoff Holz, ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und dient dem Klimaschutz sowie der Daseinsvorsorge in besonderem Maße.

Schließlich ist der Wald für uns Menschen ein wichtiger und häufig genutzter Erholungsraum zum Laufen, Radfahren oder Wandern. Er hat damit auch eine große Bedeutung für den Tourismus in Baden-Württemberg.

Diese vielfältigen Funktionen unserer Wälder wollen wir in einem fairen Interessenausgleich in Balance halten. Unser Ziel ist eine naturnahe Waldwirtschaft. Regionale Kreisläufe in der Forst- und Holzwirtschaft wollen wir stärken und damit die Grundlage schaffen für einen Wald, der Mensch wie Umwelt gleichermaßen nutzt.

Bildung und Beratung auf dem Weg zur Landwirtschaft 4.0

Ein sparsamer und effizienter Einsatz von Produktionsmitteln trägt dazu bei, wertvolle Ressourcen zu schützen. Auch unseren Landwirtinnen und Landwirten bietet die Digitalisierung Chancen, dieses Potenzial besser auszuschöpfen. Mit dem Programm „Landwirtschaft 4.0 nachhaltig.digital“ unterstützt die Landesregierung die Landwirte auf dem Weg in das digitale Zeitalter.

Grundlage für die Zukunft der baden-württembergischen Landwirtschaft bleibt jedoch eine gute duale Bildung durch unsere Berufs- und Fachschulen. Neben den bisherigen Inhalten sollen dort künftig auch Kenntnisse über die Vermarktung regionaler Produkte, den ökologischen Landbau und neue digitale Techniken für die Landwirtschaft vermittelt werden.


Kontakt

Das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Kernerplatz 10
70182 Stuttgart

Bürgerreferentin:

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Peter Hauk

Minister für Ländlichen Raum und Verbraucher-
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Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum

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