Energie

Klimaschutz

Energiewende erfolgreich gestalten

  • Der Rotor einer Windkraftanlage wird montiert; Quelle: dpa

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Baden-Württemberg soll zur führenden Energie- und Klimaschutzregion werden. Denn die Energiewende ist gut fürs Klima und für den Wirtschaftsstandort. Unser Ziel ist eine sichere, bezahlbare, umweltfreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung.

Als führendes Industrieland müssen wir unserer besonderen Verantwortung für das Klima gerecht werden. Denn rein rechnerisch ist jeder Einzelne im Land für sieben Tonnen CO2-Ausstoß im Jahr verantwortlich – das ist fast doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt. Das müssen wir ändern. Wir wollen beweisen, dass eine hochentwickelte Industrieregion wie Baden-Württemberg ambitionierten Klimaschutz betreiben und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Deshalb treiben wir die Energiewende konsequent voran. Daraus ergeben sich auch große Chancen für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und für neue Arbeitsplätze. Denn grüne Technologien sind wichtige Wachstumstreiber und begehrte Exportschlager.

Klimaschutz hat nun Gesetzesrang

In Baden-Württemberg hat der Klimaschutz zwischenzeitlich Gesetzesrang. Als zweites Bundesland haben wir ein Klimaschutzgesetz beschlossen. Das sieht vor, dass der Südwesten die Treibhausgasemissionen bis 2020 mindestens um ein Viertel im Vergleich zum Basisjahr 1990 verringert, bis 2050 sogar um 90 Prozent. Diese Ziele sind nicht leicht zu erreichen, aber angesichts des fortschreitenden Klimawandels notwendig.

Wir belassen es allerdings nicht bei den Zielen. Unser Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) enthält über 100 konkrete Strategien und Maßnahmen, wie wir unsere ambitionierten Klimaschutzziele erreichen wollen.

Ausstieg aus der Atomkraft – Einstieg in die Energiewende

Im Juli 2011 wurde der endgültige Atomausstieg in Deutschland beschlossen. Bis dahin lag der Anteil an Atomstrom in Baden-Württemberg bei rund 50 Prozent. Daher treiben wir die Energiewende engagiert voran. Wir setzen dabei auf einen verantwortungsbewussten Ausstieg aus der Atomkraft aber auch aus der klimaschädlichen Kohle.

Auch unsere Digitalisierungsstrategie Digital@BW wird einen wichtigen Teil zur Energiewende beitragen. So setzt Baden-Württemberg auf Informations- und Kommunikationstechnologien wenn es darum geht, Strom, Wärme und Verkehr sinnvoll zu einem Ganzen zu verbinden.

Konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien

Schon heute haben die erneuerbaren Energieträger in Baden-Württemberg einen Anteil an der Stromerzeugung von über 24 Prozent. Bis 2020 soll dieser Anteil auf mindestens 38 Prozent steigen, bis 2050 sollen es 80 Prozent sein.

»Ich bin überzeugt davon, dass wir es schaffen, im Jahr 2020 rund 38 Prozent unseres Stroms durch Wind, Sonne, Wasser und Biomasse zu erzeugen.«

Franz Untersteller, Umweltminister

Die Windkraft hat dabei das größte Ausbaupotenzial. Deshalb hat die Landesregierung die Weichen für einen konsequenten Ausbau der Windkraft im Land gestellt.

Bis 2020 streben wir einen Windkraft-Anteil von zehn Prozent der Stromerzeugung an. Dabei sind wir auf einem guten Weg: Zum 30. Juni 2016 waren in Baden-Württemberg insgesamt 510 Windenergieanlagen in Betrieb. Damit sind seit 2011 insgesamt 159 neue Windenergieanlagen errichtet worden. Die installierte Leistung ist dabei von 463 Megawatt im Jahr 2011 um rund 90 Prozent auf aktuell 879 Megawatt gestiegen, wobei es hier seit 2014 einen besonders steilen Anstieg gibt. Dies zeigt, dass die einzelnen Anlagen zunehmend leistungsstärker werden.

Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der 2016 neu in Betrieb genommenen Anlagen bis Ende Dezember noch auf über 100 erhöhen wird. Darüber hinaus befinden sich etwa 265 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 800 Megawatt im Genehmigungsverfahren.

Neben der Windkraft will die Landesregierung auch die Potenziale der Solarenergie noch besser ausschöpfen. Denn Solarstrom vom eigenen Dach ist für die Bürgerinnen und Bürger günstiger als Strom aus dem Netz. Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2020 bereits elf Prozent des Stroms im Land aus Photovoltaikanlagen stammen.

Die Sonne schickt keine Rechnung

Um den Ausbau der Photovoltaik weiter zu fördern, wird die Landesregierung zum Beispiel eine 50.000-Dächer-Initiative starten, von der Mieter wie Vermieter gleichermaßen profitieren sollen.

Auch die Wasserkraft hat in Baden-Württemberg mit nun schon knapp acht Prozent Anteil an der Stromerzeugung bereits ein hohes Niveau erreicht. Dennoch wollen wir sie weiter ausbauen. 

Für den Anbau von Energiepflanzen für Biogas und für Biotreibstoffe wird in Baden-Württemberg derzeit nur rund 15 Prozent der Ackerflächen genutzt. Dies liegt im Rahmen dessen, was nachhaltig machbar erscheint. Seit 2014 werden keine Biogasanlagen mehr errichtet, die mit Energiepflanzen betrieben werden, sondern nur noch Anlagen für Rest- und Abfallstoffe wie Gülle, Festmist und Biomüll. Dies hat dazu geführt, dass sich der Anbau von Energiepflanzen in den letzten Jahren nicht mehr ausgedehnt hat.

Versorgungssicherheit geht vor

Die sichere Versorgung mit Strom ist insbesondere für ein Industrieland wie Baden-Württemberg unverzichtbar. Die Landesregierung achtet deshalb sehr genau darauf, dass der Strom trotz Energiewende nicht knapp wird. Um auch zukünftig eine zuverlässige und stabile Stromversorgung zu gewährleisten, müssen wir unser Energiesystem modernisieren. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien müssen wir unsere Stromnetze ausbauen und intelligenter machen, überschüssige Energie speichern und hocheffiziente, schnell reaktionsfähige Gaskraftwerke einsetzen. Es kommt jetzt darauf an, die richtigen Weichen zu stellen und zügig die dazugehörenden Investitionen in Angriff zu nehmen.

Energie sparen, Energieeffizienz steigern

Strom, der nicht verbraucht wird, muss erst gar nicht erzeugt werden. Eingesparte Energie ist deshalb die beste Energie.

Deswegen wollen wir die Energieeffizienz im Neubau und Gebäudebestand weiter voranbringen und die Sanierungsquote im Land anheben. Die Landesregierung geht dabei mit gutem Beispiel voran. So werden wir die Dächer der landeseigenen Liegenschaften verstärkt als Flächen zur Energiegewinnung mit Photovoltaik oder Solarthermie selbst nutzen oder Dritten zur Verfügung stellen.

Chance für die Wirtschaft

Die Energiewende ist nicht nur ökologisch richtig, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Schon heute beläuft sich der jährliche Umsatz mit Waren und Dienstleistungen für den Umwelt- und Klimaschutz in Baden-Württemberg auf rund neun Milliarden Euro – Tendenz steigend. Davon profitieren viele Branchen im Land: vom Anlagenbau bis zum Heizungsinstallateur, vom exportorientierten Weltkonzern bis zum kleinen Handwerksbetrieb vor Ort. Energieeffiziente und ressourcenschonende Maschinen und Produkte „Made in Baden-Württemberg“ bieten besonders für den Maschinenbau als Schlüsselbranche der hiesigen Industrie große Chancen.

Wir sind bei der Energiewende im Land auf einem guten Weg. So hat eine Studie im Auftrag der Wirtschaftswoche ergeben, dass Baden-Württemberg bei der politischen Umsetzung der Energiewende bundesweit auf Platz eins liegt. Das ist Ansporn, diesen Weg konsequent weiterzugehen.


Kontakt

Das baden-württembergische Ministerium Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Stuttgart.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Kernerplatz 9
70182 Stuttgart

Bürgerreferent:

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Porträt

Franz Untersteller

Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

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