Gesundheit & Pflege

Gesundheit und Pflege

Gesund leben – heute und in Zukunft

  • Krankenschwester verbindet die Hand eines Patienten.

Gesundheit ist entscheidend für die Lebensqualität jedes Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes. Die Gesundheit der Menschen zu schützen und zu erhalten, ist uns deshalb ein zentrales Anliegen.

Die Landesregierung will die bestmögliche gesundheitliche und medizinische Versorgung für alle Menschen im Land sichern. Mit dem Gesundheitsleitbild Baden-Württemberg haben wir aufgezeigt, wie die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg aussehen kann. Wir stellen in der Gesundheitspolitik die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt – schließlich geht es um ihre Bedürfnisse und ihre Gesundheit.

Baden-Württemberg ist ein Gesundheitsland: Jeder zehnte Arbeitsplatz ist im Gesundheitswesen angesiedelt. Im Bundesvergleich haben Neugeborene in Baden-Württemberg derzeit die höchste Lebenserwartung.

Flächendeckende Gesundheitsversorgung

Damit das so bleibt, sollen alle Menschen gleichberechtigt und barrierefrei Zugang zu notwendigen Gesundheitsangeboten haben. Hierzu gehören sowohl eine gute ärztliche Versorgung im allgemeinärztlichen als auch im fachärztlichen Bereich im ganzen Land. Mit unserem erfolgreichen Landärzteprogramm unterstützen wir weiterhin Hausärzte bei einer Niederlassung auf dem Land. Außerdem richten wir an allen medizinischen Fakultäten des Landes Lehrstühle in der Allgemeinmedizin ein.

Für eine gute und flächendeckende Gesundheitsversorgung im ganzen Land ist eine funktionierende Krankenhauslandschaft unverzichtbar. Deswegen werden wir unserer Verantwortung für die Investitionen in die Krankenhäuser des Landes gerecht.

Unsere Krankenhausplanung orientiert sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Bevölkerung. Das Augenmerk legen wir dabei auf die intelligente Verzahnung von ambulanten und stationären Angeboten. Kommunale Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft bleiben eine wichtige Säule der Versorgung. Sie dürfen nicht durch kartellrechtliche Regelungen gefährdet werden. Deshalb wird sich die Landesregierung im Bund für eine Änderung des Wettbewerbsrechts einsetzen.

Neben der ärztlichen Versorgung wollen wir vorhandene Versorgungsangebote und bewährte Hilfestrukturen erhalten – wie beispielsweise bei den Apotheken und Heilmittelerbringern. Die ambulante Pflege als wichtiges Element der medizinischen Versorgung bauen wir aus und setzen uns für eine kostendeckende Finanzierung der häuslichen Krankenpflege ein.

Beste Qualität bei der Gesundheitsversorgung

Die Versorgung mit sicheren und qualitativ hochwertigen Arzneimitteln und Medizinprodukten hat für uns einen hohen Stellenwert. Durch eine Stärkung der Überwachungsstrukturen leisten wir hierzu einen Beitrag und bieten darüber hinaus den im Land ansässigen Unternehmen der Pharma- und Medizintechnikbranche kompetente Ansprechpartner in Fragen der Arzneimittel- und Medizinproduktesicherheit.

Die Qualität der medizinischen und pflegerischen Versorgung lässt sich in Zukunft nur mit interdisziplinären, multiprofessionellen Teams und durch eine Aufwertung der Gesundheitsfachberufe erhalten. Die Fachschulausbildung soll weiterhin als größte Säule der Pflegeausbildung bestehen bleiben. Zugleich orientieren wir uns an den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Akademisierung und entwickeln in Modellprojekten Einsatzmöglichkeiten. Die unbürokratische und zügige Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in medizinischen und pflegerischen Berufen wollen wir weiter verbessern.

Psychische Erkrankungen nehmen auch in Baden-Württemberg immer mehr zu. Niedrigschwellige Beratungsangebote wie die sozialpsychiatrischen Dienste müssen in der Stadt und auf dem Land nahe am Wohnort für Erkrankte erreichbar sein. Den Landespsychiatrieplan entwickeln wir konsequent weiter. Hierbei sind uns Angebote der Krisen- und Notfallversorgung und ein Ausbau der Behandlungsangebote in den eigenen vier Wänden besonders wichtig. Dringend notwendig ist auch eine bessere Vernetzung und Verzahnung innerhalb des Gesundheitswesens. Das gilt sowohl für die Verzahnung stationärer und ambulanter Behandlung wie auch die Vernetzung zwischen den verschiedenen Gesundheitsberufen, um passgenaue Lösungen für die jeweilige Region zu finden. Kommunale Gesundheitskonferenzen spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung passender Versorgungskonzepte für den jeweiligen Landkreis und die Region.

Digital@BW – Chancen der digitalen Entwicklung

Die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet gerade auch im ländlichen Raum gute Möglichkeiten, die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern und zu erleichtern. Deshalb wollen wir die Telemedizin zielführend und nachhaltig ausbauen. Natürlich ist der Datenschutz dabei von großer Bedeutung.

Präventive und verantwortungsvolle Drogen- und Suchtpolitk

Unsere Drogen- und Suchtpolitik beruht auf den bewährten Säulen von Prävention und Beratung, Hilfsangeboten und Therapie sowie Schadensminderung und Überlebenshilfe. Damit wollen wir der Entstehung von Suchterkrankungen und gesundheitlichen Schäden vorbeugen, Kinder und Jugendliche schützen und Schwerstabhängigen helfen.

Gesundheitsvorsorge stärken

Vorsorge ist die beste Medizin. Damit können wir nicht nur Gesundheitsrisiken, sondern auch spätere Kosten zur Behandlung von Krankheiten vermeiden – insbesondere bei den durch den Lebensstil beeinflussbaren Erkrankungen. Gesundheitsförderung und Prävention spielen eine zentrale Rolle von der Geburt bis zum Lebensende und sind deshalb Schwerpunkte der Gesundheitspolitik im Land, die gleichberechtigt neben Heilbehandlung, Rehabilitation und Pflege stehen. Die Landesregierung setzt sich daher für eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Lebens- und Arbeitswelt ein. Deshalb werden wir die Präventionspolitik des Landes strategisch koordinieren und intensiv begleiten.

Impfungen sind eine der wichtigsten Maßnahmen der gesundheitlichen Vorsorge. Durch Aufklärung und Information wollen wir die Inanspruchnahme von Impfungen steigern, damit auch die Bevölkerungsgruppen geschützt sind, die aus medizinischen Gründen beispielsweise nicht gegen Masern geimpft werden können.

Gute Pflege – wichtiger denn je

Eine gute und bezahlbare Pflege zu sichern, ist eine der zentralen sozial- und gesellschaftspolitischen Aufgaben. In Baden-Württemberg wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bis 2030 steigen. Im gleichen Zeitraum wird der Bedarf an Pflegekräften zunehmen.

Ältere Menschen wollen so lange wie möglich selbstbestimmt, sozial eingebunden und würdevoll in ihrer gewohnten Umgebung leben. Daher ist es notwendig, wohnortnahe Strukturen und Dienste zu schaffen, die diesen Wunsch unterstützen. Die Landesregierung hat sich eine bessere Unterstützung von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen sowie eine stärkere Entlastung pflegender Angehöriger auf die Fahnen geschrieben. Sie misst hierfür dem Thema Quartiersentwicklung große Bedeutung bei. Räume des Gemeinwesens sehen wir als die notwendige Basis an, Langzeitpflege sozialraumorientiert organisiert vorhalten zu können. Weitere wichtige Aufgaben sind die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unterstützung, Betreuung und Pflege für beispielsweise Unterstützungsangebote im Alltag, die Entlastung pflegender Angehöriger sowie alltagsunterstützende Techniken. Die Intensivierung des Tagespflegeangebots und des Angebots von ambulanten betreuten Wohngemeinschaften gehören ebenfalls hierzu wie die Einrichtung eines Quartiersmanagements.

Genügend vielfältige Angebote pflegerischer Versorgung sind im ländlichen Raum entscheidend für das selbstbestimmte Leben im Alter in der gewohnten Umgebung. Es sind dafür auch alternative Angebote des Wohnens notwendig, wie zum Beispiel Wohngruppen für Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf. Unser Ziel ist die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und nachhaltig bezahlbaren Pflege.


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