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EhrentitelVerleihung des Ehrentitels „Professorin“ an Dr. Angelika Zahrnt

Ministerpräsident Günther H. Oettinger: Große Verdienste und hoher Einsatz für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit

Ministerpräsident Günther H. Oettinger (l.) überreicht Dr. Angelika Zahrnt (r.) die Urkunde über Ihren Ehrentitel Professorin.

Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Dr. Angelika Zahrnt

11.12.2009Ministerpräsident Günther H. Oettinger hat Dr. Angelika Zahrnt den Ehrentitel „Professorin“ verliehen. Bei der Verleihung im Rahmen eines Empfangs am Freitag (11. Dezember 2009) in der Villa Reitzenstein in Stuttgart würdigte der Regierungschef die langjährigen Verdienste Angelika Zahrnts. „Das Land Baden-Württemberg ehrt heute Angelika Zahrnts Einsatz für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Angelika Zahrnt treiben Fragen der Umweltökonomie und der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft schon seit den 70er Jahren um. Ihr Wirken zeigt in beeindruckender Weise, dass man in der Tat Großes bewegen kann, wenn man im Kleinen beginnt“, sagte Ministerpräsident Oettinger in seiner Festansprache. Keiner könne sich heute der Einsicht verschließen, dass in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht viele Weichen anders gestellt werden müssten, wolle man die Zukunftschancen unserer Kinder und Enkel nicht aufs Spiel setzen.

„Als ehemalige Vorsitzende des BUND und heutige Ehrenvorsitzende und als Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung nahmen und nehmen Sie maßgeblichen Einfluss auf umweltpolitische Entscheidungen in unserem Land“, erklärte Oettinger. Frau Dr. Angelika Zahrnt habe sich zunächst in Neckargemünd im Umkreis des ökumenischen Kirchenzentrums „Arche“ engagiert, wo sie sich in die Aktion „Eine Welt“ und im Arbeitskreis für Umweltfragen eingebracht habe. Sie habe sich auch im Gemeinderat der Stadt Neckargemünd engagiert und insbesondere beim Bau von Radwegen und im Ausbau des ÖPNV bleibende Spuren vor Ort hinterlassen.

Seit 1980 habe sie sich bei BUND eingebracht. Als Volkswirtin sei ihr von Beginn an die Verbindung von Ökonomie und Ökologie wichtig gewesen. Bereits 1986 sei sie als Sprecherin des BUND-Arbeitskreises „Finanzen und Wirtschaft“ für den Einsatz marktwirtschaftlicher Instrumente in der Ökopolitik eingetreten. „Ihre Veröffentlichungen waren und sind von der Suche nach Anreizen für ein nachhaltiges Wirtschaften geprägt. Immer wieder waren Sie daher ‚Pionierin’ und Vordenkerin der ökologischen Bewegung“, erklärte der Ministerpräsident. Besonders einflussreich seien Studien zur „Zukunftsfähigkeit Deutschlands“ gewesen, die sie wesentlich mitinitiiert habe. Das „Standardwerk des Nachhaltigkeitsgedankens“ habe großes Aufsehen erregt und eine fruchtbare gesellschaftliche Debatte angestoßen, die bis heute anhalte. “Auch die Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württembergs ist aus dieser Debatte hervorgegangen“, erklärte der Ministerpräsident.

„Die im Oktober 2008 veröffentlichte Nachfolgestudie hat deutlich gemacht, das dem Engagement vor Ort eine Schlüsselrolle zukommt - einem Engagement, wie Sie es selbst vorgelebt haben“, sagte Oettinger. Die umfassende Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Sozialordnung in Richtung Nachhaltigkeit werde in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht allein von staatlichem Handeln ausgehen können und dürfen.

Angelika Zahrnt sei weiter ein „Aktivposten“ im Innovationsbeirat und im Strategiebeirat Sozialökologische Forschung im Bundesforschungsministerium. Sie gehöre auch dem von der Bundesregierung berufenen Rat für Nachhaltige Entwicklung an. Von ihrer Fähigkeit zur konstruktiven Dialogführung profitiere überdies der ZDF-Fernsehrat, in dem sie seit 1992 den BUND vertrete.

„Von der kommunalen Umweltschützerin sind Sie zu einer der wichtigsten Stimmen in der deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitsdebatte geworden. Als Ministerpräsident bin ich stolz darauf, dass diese Stimme aus Baden-Württemberg kommt. Wir ehren Sie heute als herausragendes Vorbild bürgerschaftlichen Engagements mit der Verleihung des Ehrentitels ‚Professorin’“, sagte der Ministerpräsident.

Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg